Wintertour im Januar 2009

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„Im warmen Bett zu kuscheln, wenn’s draußen kalt ist, kann ja jeder“, dachten wir und starteten am 10. Januar zur Horse Camp-Wintertour 2009. Das Wetter hätte besser nicht sein können: klirrende Kälte, stahlblauer Himmel und reichlich Sonnenschein begrüßten und begleiteten uns das ganze Wochenende. Doch der Reihe nach. Wer waren die abenteuerlustigen Verrückten, die sich bei -15°C zum Übernachten in den Wald begeben wollten? Es waren: Thilo, der zum ersten Mal seinen jungen Hengst Skip in die große weite Welt entführte, Thomas mit seinem Pferd Fibi, der von Berufs wegen schon gute Erfahrungen mit dem Übernachten im Schnee hatte, Claudia und Uwe als tourerfahrenes Paar mit ihren Schnuckelchen Prego und June, und wir beide als „Newbies“ der Runde mit Santos und Albert. Taminchen vervollständigte als kleiner Lastesel die Truppe. Also: 6 Leute und 7 Pferde.

Treff und Begrüßung in Hohenfelden, einrollen, einpacken, einmummeln, Pferde putzen und beladen, irgendwie noch aufs Pferd gelangen (danke, Caro, für den Heuballen), dann ging’s los. Niemand hat gefroren, eher war es uns zu warm – Thomas schwitzte wegen zu vieler Jacken, wir dagegen wegen ungeplanter Sprints, mit denen wir wohl bei Santos, jedoch niemals bei Albert gerechnet hätten. Nach kurzer Zeit hatte sich aber alles gut eingespielt, und es ging in gemütlichem Tempo Richtung Stadtilm. Das Heunetz, welches Tamina mit sich schleppte, gab vorzeitig seinen Geist auf – so erhielten die Pferde ein überpünktliches Mittagessen, und einige Rehe werden sich sicherlich ebenfalls gefreut haben. Unsere Siesta fand in der Pizzeria von Stadtilm statt, nachdem wir die Pferde ordnungsgemäß auf dem dortigen Marktplatz eingeparkt hatten. Gut gestärkt ging es weiter Richtung Winterwald. In der Dämmerung stellte sich heraus, dass die Furt, die als Tränkstelle für die Tiere dienen sollte, zugefroren war. So war Tränken leider nicht möglich. Einige der Pferde wurden daraufhin erfinderisch, vor allem Tamina, Fibi und Santos entwickelten sich zu regelrechten Schneefressern. Erst in der Dunkelheit schlugen wir unser Lager in der Nähe von Gräfenau-Angstedt auf. Als das Feuerchen dann brannte, tauten inzwischen leicht erkühlte Körperteile langsam wieder auf, Thilos Suppe und der süße Kräutertee besorgten dann den Rest. Unsere Betten bestanden aus Planen, Isomatten und Schlafsäcken, obenauf die Mäntel, rund ums Lagerfeuer verteilt. Als Betthupferl spendierte Thomas jedem eine Rettungsfolie. Die Nacht war ruhig und gut zum Schlafen, der Vollmond wachte über uns alle und über 3 zwischenzeitlich schlafwandelnde Pferdchen ebenso.

Das Feuer brannte bereits wieder, als wir uns morgens gegen 8(!) Uhr aus den Schlafsäcken pellten. Auch auf den blauen Himmel und die Sonnenstrahlen war Verlass – beide trafen pünktlich zum Frühstück ein. Das Chili war kräftig und lecker, der Schneekaffee schwarz und wahlweise mit Schuss. Anschließend hieß es leider auch schon wieder: einpacken, und Pferde beladen (die hatten abends und morgens natürlich auch ihr Menü zum Fressen erhalten, nur falls jemand diese Info vermissen sollte). Losritt – zunächst nach Singen, wo wir beim dortigen Reiterhof Wasser für die Pferde erbitten wollten. Zwei nette Männer verließen extra ihren sonntäglichen Kloßteller, um den Hof aufzuschließen. Die Pferde waren wohl doch nicht so durstig wie allgemein angenommen, denn sie interessierten sich kaum für die Wassereimer, egal ob orange oder schwarz, auf dem Boden oder vor die Nase gehalten. Besser, wir hätten die Eimer leer getrunken … denn von nun an ging es in zügigem Tempo ohne Pause gen Heimat. Reichlich Jog, ein kurzer Galopp und viele Spaziergänger, Skifahrer und im Schnee spielende und rodelnde Kinder begegneten uns heimwärts. Ein kleiner Junge rief: „Guck mal, Mama, da sind echte Cowboys!“ Und wie richtige Cowboys und –girls haben wir uns auch ein bisschen gefühlt.

Als wir im Horse Camp eintrafen, war es bereits dunkel, und wir wurden liebevoll mit Kaffee, Kuchen und Glühwein begrüßt. Leider war damit auch die erste Tour des Jahres 2009 zu Ende. Hoffen wir also auf die nächsten tollen Ausflüge und Touren mit Thilo – wir können allen nur wärmstens empfehlen: kommt mit, es macht wirklich Spaß!

Marika & Marie

P.S. Die Badewanne(n) zu Hause waren auch toll!