Wintertour im Januar 2005
ein Bericht von Nicole Janazcek
Der Weg war nur zum Teil bekannt. Im September, auf der letzten Tour, führte er uns nach Jesuborn, zu einem sehr schönen Camp. Aber ganz so weit sollte es diesmal nicht gehen.
Wir kamen am Singener Berg vorbei in ein kleines Tal, durch das sich ein kleines Flüßlein schlängelte in dem wir die Pferde saufen ließen. Da es langsam zu dämmern begann, waren wir nun auf der Suche nach einem Nachtcamp, welches wir oberhalb von Gräfenau-Angstedt fanden.
Wir entschieden uns für ein Camp am Waldrand. Jedem unserer Pferde gedachten wir einen Baum zu. Sie bekamen sofort ihre wohlverdiente Ration Mais, welche sie mit großem Genuß verschlangen.
In der Zwischenzeit suchten einige Holz und andere bereiteten das Nachtlager vor. Ein schönes Feuer erwärmte nicht nur uns, sondern auch unser Abendbrot, welches Thilo am Vortag zubereitet hatte.
Jeder machte schon mal sein persönliches Nachtlager zurecht, die Pferde bekamen ihre Schlafdecken, dann tranken wir noch Tee mit Rum (oder Rum mit Tee?), wobei das Wasser für den Tee aus geschmolzenem Schnee bestand.
Zu guter Letzt waren wir gegen 22 Uhr ziemlich müde und begaben uns bei ca. -10° Celsius in unsere Schlafsäcke. Einige verfielen sofort in Tiefschlaf, welcher durch Schnarchen unterstützt wurde. Manche brauchten etwas länger. Klar, mit einer kalten Nase läßt es sich etwas schlechter einschlafen. Dazu kamen noch die Schnarchgeräusche und ab und zu das Scharren eines Pferdes. Der Tee veranlaßte manchen, seinen Schlafsack in der Nacht verlassen zu müssen, was nicht gerade angenehm war. Aber man konnte ja wieder hineinschlüpfen und sich über die neue Wärme freuen.
Die Nacht sollte für manche nicht lang werden, und so war Jens der erste, der gegen 2.45 Uhr wieder aufstand und nach einiger Zeit wieder ein Feuer machte, welches er bis zum Morgen aufrecht erhielt. Nach und nach wurden einige munter, wollten aber ihren Schlafsack nicht verlassen und schliefen teilweise wieder ein.
Irgendwann, so gegen 7, sind wir dann doch so allmählich aufgestanden. Thilo bereitete Kaffee (wieder aus Schnee) und Rühreier mit Speck zu. Auch die Pferde bekamen ihren restlichen Mais zum Frühstück.
Nachdem wir uns gestärkt hatten, packten wir unsere Sachen wieder zusammen und ritten gen Heimat. Die Temperatur lag bei ca. 0° Celsius. Unser Weg führte uns direkt durch einen tiefverschneiten Wald. Es war märchenhaft. Weiter ging es durch Singen, vorbei an der kleinsten Brauerei Thüringens. – Noel war der Meinung, er müsse sich mit samt Reiter mal kurz im Schnee wälzen, aber das konnte gerade noch verhindert werden.
Die Mittagszeit rückte näher und wir beschlossen, eine Gaststätte aufzusuchen. Diese fanden wir in Dienstädt. Wieder mußten die Pferde angebunden werden und wir freuten uns auf ein schönes Mittagessen im Gasthaus "Zum goldenen Löwen", wo wir sehr freundlich bedient wurden und die Thüringer Küche echt lecker war. Ein Mädchen kam zwischenzeitlich herein und sagte, daß eines der Pferde los war. Und wer sollte es anderes sein als Noel!
Schweren Herzens trennten wir uns vom Gasthaus, da wir pünktlich zum Kaffee im Horse Camp eintreffen wollten. Die Stimmung war ein wenig bedrückt, da es schon dem Ende unserer Wintertour zu ging.
Als wir dann im Horse Camp eintrafen, wurden unsere Pferde gut versorgt und wir mit Kaffee und Kuchen empfangen. Unter tropischen Bedingungen tranken wir unseren Kaffee. Auch wenn's gut gemeint war – uns war es echt zu warm!
Nicole Janazcek







