Wintertour im Januar 2005
ein Bericht von Nicole Janazcek

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Bereit für ein Abenteuer ...
8 Reiter, 9 Pferde – das Ziel: irgendwo im Thüringer Wald.
Weiße Flächen soweit das Auge reicht
Auf dem Marktplatz von Stadtilm
Warten ...

Viele Menschen setzen sich zur Winterzeit gemütlich zu Hause vor den Fernseher. Ist ja auch kalt, so ziemlich alles, was unter 0° Celsius ist. Klar, einige gehen auch spazieren, um die schöne Winterlandschaft zu genießen. Es gibt aber auch welche, die meinen, es geht auch noch ganz anders ...

... es ist Mittwoch früh. Ich besuche den Reiterhof in Hohenfelden. Einen Tag vorher erfuhr ich, wir hätten ein "nettes" Wochenende vor uns. Es ist ca. zwischen -5° und -10° Celsius, und es liegt viel Schnee. Auf dem Hof unterhielt ich mich mit Thilo über unser bevorstehendes Wochenende. Er wollte es genau wissen und holte sich im Internet genaue Auskunft über das Wetter: Es sollte so bleiben. Ideale Bedingungen für eine Wintertour!

So richtig fassen konnte ich es noch nicht. Ich dachte mir nur, auf was läßt du dich da ein!?! Aber, was man nicht alles so macht ... Thilo erzählte mir, wie er sich alles so vorgestellt hat und wie alles ablaufen sollte. Mit einem flauen Gefühl im Magen fuhr ich wieder nach Hause, wo ich auf ziemliches Unverständnis traf, was ich aber auch irgendwie verstehen konnte.

Am Freitag wurden von Thilo noch letzte Vorbereitungen getroffen, Verpflegung, die richtige Ausrüstung usw. Samstag früh um 7.00 Uhr trafen wir alle auf dem Hof ein. Die Pferde wurden geputzt und gesattelt, das Gepäck verstaut und der Zeitpunkt zum Verabschieden und Losreiten nahte.

Gegen 8.30 Uhr ging es los! Ich denke, wir waren alle sehr aufgeregt, was uns so bevorstehen würde.

Die Pferde waren ziemlich ruhig und ausgeglichen, bis auf Igraine, für die es die erste Tour war und sie nur laufen wollte, auch etwas schneller. Aber im Zug der Herde fügte sie sich relativ schnell ein. Auch für Angelo war es die erste Tour. Der ging die Sache aber ruhiger an.

Unser Weg führte südlich von Hohenfelden durch den Wald und über viele Felder. Manche bekamen schnell kalte Füße. Die Pferde hatten auf den Feldern ziemlich zu tun. Der hohe Schnee, der umgepflügte Acker darunter - das kostet Kraft. Aber so schnell lassen sie sich nicht unterkriegen. Sie marschierten ihren Weg, wie sie es gewohnt sind. Es war einfach herrlich. Ab und zu schneite es, die Sonne schaute ziemlich verhüllt durch die Wolken. Hier und da sahen wir Rehe, man konnte es richtig genießen.

Gegen halb zwei am Nachmittag trafen wir in Stadtilm ein. Wir hatten Hunger! Und einigen war auch sicher kalt. Auf dem Marktplatz angekommen, mußten wir erst einmal eine Anbindemöglichkeit für unsere Pferde suchen. Wir spannten zwischen zwei Bäumen ein Seil und banden die Pferde nebeneinander daran an. Snickers und Tamina bekamen einen Extraplatz neben einem Brunnen. Und Igraine stand an einem Schwerbehindertenparkplatz. Einige Leute schauten ganz verdutzt. Ob wir hätten Parkgebühren zahlen müssen? Egal.

Wir hatten drei Möglichkeiten: die Gaststätte, eine Pizzeria oder ein China-Restaurant. Wir entschieden uns für die Gaststätte. – Verdammt, die war schon zu. Pizzeria! Wie immer wurden wir beim Eintreten kurz gemustert. Thilo bestellte gleich 8 Grog und diese heizten uns auch schnell ein. Als die Kellnerin sah, wie schnell wir den ersten Grog verschlungen haben, war sie der Meinung, daß die zweite Runde in Brausegläsern serviert werden müßte. Wahrscheinlich sahen wir so erfroren aus.

Nach dem Essen sollte es dann auch bald weitergehen. Wir hatten ja noch eine Strecke vor uns, die wir schaffen wollten. Als wir die Pizzeria verließen, war uns allen richtig warm! Wir zäumten die Pferde wieder auf und es ging weiter.